Datenverlust vermeiden: WordPress Backups manuell erstellen

Es ist der Albtraum eines jeden Seitenbetreibers:

Unwiderruflicher Datenverlust! Monate- oder gar jahrelange Arbeit ist mit einem Klick weggewischt. Das Szenario ist nicht unrealistisch. Ein Serverausfall, der Angriff eines Hackers der ein Virenbefall können Ihre Daten nachhaltig schädigen oder sogar gänzlich zerstören. Daher die dringende Empfehlung: Führen Sie regelmäßige Datensicherungen bzw. Backups durch. Dieser Artikel zeigt Ihnen wie es geht. 

Sicherung der WordPress Datenbank

Hierbei gilt es, zwischen den Dateien auf Ihrem Server und der WordPress Datenbank zu unterscheiden. Kommen wir zunächst zur Datenbank: Hierin sind die gesamten Inhalte Ihrer Website und darüber hinaus alle Einstellungen der WordPress Installation gespeichert. Besonders hier sind regelmäßige Datensicherungen unverzichtbar! 

Verschiedene Möglichkeiten zur Sicherung

Zur Sicherung Ihrer WordPress Datenbank stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen bietet WordPress spezielle Plugins, über die Sie – sofern hierfür konfiguriert – automatische Backups erstellen lassen können. Achten Sie hierbei unbedingt auf verfügbare Plugin-Updates. Nur wenn die Version aktuell gehalten wird, können Sie sich auf die regelmäßigen Backups verlassen. 

Zum anderen können Sie die WordPress Datensicherung auch manuell durchführen. Darum geht es in diesem Artikel. 

PhpMyAdmin für die manuelle Datensicherung 

Um bei kleineren Websites mit wenigen Inhalten ein manuelles Datenbank Backup durchzuführen, genügt ein sogenannten Datenbankdump. Dies erfolgt über die Exportfunktion von PhpMyAdmin. Wenn Ihre WordPress Datenbank aber sehr groß ist, ist dieses Verfahren relativ fehleranfällig. Vor allem Abbrüche des Sicherungsvorgangs kommen regelmäßig vor. 

Manueller Datenexport mit PhpMyAdmin

Zunächst loggen Sie sich im Admin-Bereich Ihres Hosters ein. Gehen Sie hier zu den My-SQL Datenbanken. Bei vielen Hostern befindet sich hier auch ein Link zu PhpMyAdmin. Öffnen Sie zuerst diesen Link und dann Ihre Datenbank mit PhyMyAdmin. Navigieren Sie dort in die Exportfunktion. 

Sollte Ihre Website mehrere Daten oder Installationen von anderen Webseiten enthalten, können Sie die gewünschte Tabelle individuell auswählen. Achten Sie darauf, dass Sie alles WordPress Tabellen anklicken, von denen Sie die Daten sichern möchten und hier keine versehentlich auslassen. 

Wichtiger Hinweis:

Beobachten Sie den Datenexport aufmerksam. Es kann bei PhyMyAdmin passieren, dass der Datentransfer abbricht oder eine Fehlermeldung ausgegeben wird. In diesem Fall ist das Backup fehlgeschlagen. Mögliche Gründe hierfür sind eine zu große Datenmenge oder eine zu kurze Skriptzeit, um alle Tabellen auf einmal zu exportieren. Sollten Sie diese Beobachtung machen, verzichten Sie besser auf PhyMyAdmin und greifen auf das manuelle Backup mit dem MySQLDumper zurück. 

Datenbank Backups mit MySQLDumper

MySQLDumper ist eine kostenfreie Software. Ihnen steht damit eine sichere und zuverlässige Methode zum WordPress Datenbank Backup zur Verfügung. Zwar erfolgt keine aktive Weiterentwicklung dieses Programms, den verbreiteten Erfahrungen nach funktioniert es aber auch unter PHP 7 problemlos. Anwender loben den MySQLDumper daher auch weiterhin als ausgezeichneten Weg für sichere Datenbank Backups und zügige Wiederherstellungen. 

So geht der Download von MySQLDumper

Im Folgenden lesen Sie, wie Sie den MySQLDumper korrekt herunterladen:

  1. Laden Sie bei Github die MySQLDumper Fork für PHP 7 herunter
  2. Entpacken Sie die Dateien 
  3. Legen Sie einen Unterordner für die entpackten Dateien an. Versehen Sie diesen am besten mit einem .htaccess Passwortschutz. Gestalten Sie den Namen des Verzeichnisses aus Sicherheitsgründen nicht zu einfach.
  4. Ziehen Sie die entpackten Daten mittel FTP in den Unterordner Ihres Webspaces
  5. Rufen Sie das MySQLDumper Verzeichnis auf Ihren Server auf (z. B. https://pressengers.de/msdbckp). Hierzu benötigen Sie die Zugangsdaten Ihrer WordPress-Installation

Wenn die Datenbankverbindung erfolgreich hergestellt wurde, kann die Konfiguration abgeschlossen werden und Sie werden zur Startseite des Tools weitergeleitet. Von hier aus gelangen Sie (falls schon vorhanden) zu Ihren bereits erstellten Sicherungen (unter dem Menüpunkt „Wiederherstellung) und zum Backup-Dialog. Sollten sie mehrere Datenbanken besitzen, können Sie über ein Dropdownmenü innerhalb der Sidebar die Datenbank wechseln. 

Das eigentliche manuelle Backup mit dem MySQL-Dumper

Den Sicherungsassistenten erreichen Sie über den Menüpunkt „Backup“. Klicken Sie auf den Button „Neues Backup starten“ und die Datensicherung wird angelegt. Sollten Sie nur Teile der Datenbank sichern wollen, setzen Sie einfach einen Haken im Feld „Auswahl bestimmter Tabellen“. Nun können Sie einzelne WordPress Tabellen markieren oder über den Button „alles auswählen“ ein vollständiges Backup Ihrer WordPress Datenbank erstellen. 

Je nach Umfang der zu sichernden Daten dauert das Backup zwischen Sekunden und wenigen Minuten. Soll eine sehr große Datenbank gesichert werden, kann es auch wesentlich länger dauern. Anders als bei PhpMyAdmin ist die Skriptlaufzeit aber irrelevant. Sie können sich in aller Regel darauf verlassen, dass das Backup zuverlässig angelegt wird. Störungen oder Systemabstürze sind eher nicht zu erwarten. 

Die Speicherung des Backups auf dem Server erfolgt als GZip Datei. Diese kann jederzeit heruntergeladen werden. 

Die Sicherung von WordPress Dateien 

Um sicherzustellen, dass jederzeit eine Wiederherstellung der gesamten Datenbank erfolgen kann, müssen auch alle Daten Ihres WordPress Verzeichnisses gesichert werden. Über ein FTP Programm können diese vom Webserver heruntergeladen werden. Hierfür ist FileZilla empfehlenswert, ein kostenloses Programm mit einfacher Anwendung und häufigen Updates. 

Geben Sie einfach die Zugangsdaten des Servers ein und verbinden sich dann mit Ihrem Webspace. Im Anschluss sichern Sie das vollständige WordPress Verzeichnis auf Ihrer Festplatte. Ein Tipp wenn Sie häufige, manuelle Updates via FTP planen: Hier genügt auch eine Sicherung des /wp-content/Verzeichnisses, sowie der Daten wp-config.phg und .htaccess im Hauptordner. 

Dann ist es geschafft: Ihr WordPress Backup mit Sicherungen von Datenbank und Dateien ist fertig. Erstellen Sie gerade zu Beginn optimalerweise vollständige Backups, am besten an einem sich wiederholenden Termin im Kalender.